AG GEWÄSSER PRAGMATISCH
[ziele]

Ein Name ist Programm: Die Ziele der AG „Gewässer pragmatisch“

Pragmatisch bedeutet soviel wie „die Kunst, richtig zu handeln“. Hinsichtlich des Nachhaltigkeitsprinzips gesellschaftsbezogener Entscheidungen der Raumplanung ist das ein Vorsatz, den es gilt, mit aller Ernsthaftigkeit und mit bestem Gewissen zu verfolgen. Allerdings bedeutet pragmatisch auch, unter den gegebenen Sachzwängen wie Rechtsverordnungen, Interessenkonflikten und politischen Willensvorgaben auf der Ebene der vorhandenen Realität das Utopische umzusetzen.

Im Klartext: Das Leitbild „Naturnahe Gewässer“ ist das Ziel, die Auseinandersetzung mit den Trägern öffentlicher Belange die Realität. Es gilt also – das Ziel vor Augen – mit beiden Beinen in der Realität stehend zu handeln.

Vor diesem Hintergrund eines anwendungsorientierten Ansatzes hat die Arbeitsgruppe „Gewässer pragmatisch“ folgende Ziele und Festlegungen formuliert:

  1. Die AG „Gewässer pragmatisch“ dient als Forum für einen Informationsaustausch der AG-Teilnehmer
  2. Die Grundsätze des Gesprächskreises „Lahn pragmatisch“ (MOTHES-WAGNER 2002) sollen in der AG „Gewässer pragmatisch“ vertieft und ergänzt werden.
  3. Neue Strategien und Methoden zur Umsetzung von Renaturierungs- und Revitalisierungsmaßnahmen sollen erarbeitet werden.
  4. Die Öffentlichkeitsarbeit soll intensiviert werden, um zur Akzeptanz des Leitbildes „Naturnahe Gewässer“ beizutragen
  5. Zur Lösung von Einzelproblemen bzw. Bearbeitung von Einzelthemen wird der Austausch mit Universitäten und Wissenschaftlern gewünscht
  6. Zum weiteren Informationsaustausch und zur externen Kontaktaufnahme dient die Internetdomain http://www.gewaesser-pragmatisch.de
  7. Weitere Medien wie Broschüren, Faltblätter etc. zur Vermittlung von Handlungsempfehlungen sollen ausdrücklich nicht erarbeitet werden.

Auch der Begriff „Gewässer“ wurde bewusst gewählt, da wir hierunter nicht nur den gesamten Wasserkörper mit seinem Gewässerbett (Sohle), sondern ebenfalls die Ufer und die Aue (und die hier integrierten Gewässerstrukturen) verstehen (vgl. DIN 1996).

Fachlich besteht hier also ein Bezug zum integrativ-ökologischen Ansatz, der Gewässer als ein komplex-vernetztes Ökosystem begreift. Hierunter fallen Aspekte wie die lineare Durchgängigkeit von Fließgewässern für Lebewesen von der Quelle bis zur Mündung; die horizontale Verknüpfung mit den Ufer- und Auebereichen und deren Puffer- und Retentionspotential für das Wasser und dessen Frachten sowie die Gewässer-Strukturvielfalt; die vertikale Beziehung des Oberflächengewässers zum unterirdischen Grundwasser und zum atmosphärischen Wasser (Niederschlag) sowie die Einbeziehung von Gewässerteilsystemen innerhalb dieser linearen, vertikalen und horizontalen Vernetzung (z.B. Stillgewässer, Altarme, Flutrinnen und Quellen in der Aue).

Neben den primär ökologischen Mehrfachfunktionen steht der Begriff Gewässer aber auch für vielfältige sozioökonomische Funktionen wie z.B. Freizeitnutzung, Energiegewinnung, Fischzucht, landwirtschaftliche Nutzung, industrielle Einleitungen, Landschaftsbild (emotionale Bindung), Landschaftsästhetik (Eigenart und Schönheit) und kulturhistorische Bedeutung. Das sind alles Aspekte, die aus raumplanerischer Sicht beachtet werden müssen. Es gibt also zahlreiche Interessen, aber auch der Gewässerschutz braucht eine Lobby.

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